Boule-Tournier mit den Deutsch-Italienischen Gesellschaft

Impressionen eines Pétanque Turniers

mit der Deutsch-Italienischen Gesellschaft – 20.06.2015

In einem waren wir uns sofort einig. So ein Pétanque-Turnier beginnt man am besten mit einem Gläschen Rotwein. Unsere italienischen Freunde hatten vorgesorgt! Sie begrüßten uns nicht nur ziemlich perfekt auf Französisch, nein, auch ein Fläschchen Chianti incl. Gläser und Knabbereien wurden nach unserer Ankunft sogleich aus dem Rucksack befördert. So waren sie uns doch gleich sympathisch!

Nach 7 Jahren Mitgliedschaft in der DFG (was bereits zahlreiche Pétanque-Nachmittage beinhaltete) habe ich Freudiges zu verkünden: Ich habe endlich mal die Regeln kapiert! Keine schlechte Voraussetzung für so ein Turnier! Frau Thessa Roderig vom Boulodrom war extra gekommen, um uns in die korrekte Spielabfolge und auch in die Geschichte des Pétanque – italienisch „Boule“- einzuführen.

So sollte dies mein erstes Pétanque-Turnier werden, das nicht dem Motto folgte:Irgendwie, irgendwann…bin ich schon dran.

Die Einhaltung der korrekten Spielabfolge sollte an jenem Nachmittag jedoch unsere einzige Spieloptimierung bleiben. Das Kugelbild auf französischer Seite schien eher die Zielsetzung zu verfolgen, den Bouleplatz vollständig in das Spiel zu integrieren, als mit dem Schweinchen auf Tuchfühlung zu gehen. Sollte sich dann doch einmal eine „französische Kugel“ einen Annäherungsversuch mit der rosafarbenen Kollegin geleistet haben, so wurde sie sogleich von unseren Italienern mit einem locken Wurf aus der Hüfte in die hinteren Ränge „gekegelt“.

Tja, ein Pétanque-Spiel kann lange dauern, muss es aber nicht! Unseres wurde recht kurzweilig! Wahrscheinlich hatte Inges herrlicher Kuchen und ein bunter italienischer Salat – die Vernichtung beider war nach dem Spiel angesetzt – auf unser Unterbewusstsein eingewirkt und somit lange Aufholjagden verhindert.

Die Ausprägung unserer Niederlage soll hier nicht schriftlich dokumentiert werden. Nur eines: Sollten wir uns noch einmal den Herausforderungen eines Pétanque-Turniers stellen, sollten wir vielleicht im Vorfeld den ein oder anderen Linsenknick in der Optik mittels Prothesenversorgung kompensieren lassen und an unserer Wurftechnik arbeiten! Ansonsten hilft da nur die Manipulation der Kugeln mittels Magnet-Implantaten!

Na, aber immerhin bewiesen wir eine ausgeprägte Frustrationstoleranz! Unsere haushohe Niederlage konnte uns die Stimmung bei unserem anschließenden Picknick nicht vermiesen!

Weinprobe Abend bei Reblaus

Weinprobe in der Weinwerkstatt der Weinhandlung Reblaus
 

06.03.2015 – Dietmar Wiesner, Weinexperte der Weinhandlung Reblaus an der Warendorfer Str. in Münster, ließ seine elf Gäste in die Welt und Freuden der Weine eintauchen. Das Thema des Abends: „Vecino – Voisin“. 
Er stellte feine Tropfen aus Frankreich und Spanien gegenüber, nicht um die Länder in Konkurrenz zu stellen, sondern um die Unterschiede und Besonderheiten zu zeigen. Der Einstieg mit einem edlen französischen Schaumwein, dem Crémant de Bourgogne, feinperlig und vollmundig, aus den Trauben Chardonnay und Pinot Noir, 9 Monate auf der Flasche gelegen, gefolgt von einem Cava Mas. Codina, 15 Monate gegärt, aus dem Jahre 2011 aus dem Hinterland von Barcelona war schon gelungen. Wir wurden in die Geheimnisse der Gärung eingeweiht. Der Stillwein, aus dem der Schaumwein gemacht wird, muss z.B. monatelang auf Hefe liegen. Die Flasche wird dabei ganz langsam auf den Kopf gesenkt bis die Hefe am Flaschenausgang ankommt und durch Kälte von -20° C aus der Flasche gezogen werden kann, die dann erst mit dem Korken versehen wird. Außerdem hörten wir den „Engelsfurz“. Der Schaumwein soll nicht aus der Flasche spritzen, sondern mit einem ganz leisen Plopp herauskommen, da ansonsten das Perlige zu schnell entweicht.
Das nächste Geschmackserlebnis aus Spanien bot der Muscat Blanco Joven, ein Weißwein von 2014 aus der Moscateli Traube. Der Château Térillou, östlich von Bordeaux angebaut, kam fruchtig und frisch daher. Durch die seltene Sauvignon gris Traube ein besonders dezenter Tropfen. 
Obwohl Roséwein bei uns Deutschen meist nicht so gut abschneidet, überzeugte uns der spanische Rosado (Coloma) aus der Pinot Noir Traube besonders. Aber auch Frankreich bot einen Pinot Noir aus Carcassone aus dem Jahr 2010. 
Château des Coccinelles, ein junger Rotwein aus der Syrah und der Grenache Traube, der sich durch seine leichte Blaufärbung abhebt, stellte Dietmar Wiesner dem Solpost fresh, Jg. 2009 gegenüber, der aus einem kleinen Weinanbaugebiet bei Barcelona kommt. Er ist aus den Trauben Garnacha, Cabernet-Sauvignon und Merlot. Der Duft nach reifer schwarzer Johannisbeere, Schlee und Holunder und der Kathedralfenstereffekt im Glas zeichnen ihn aus. Ein besonders vollmundiger und frischer Wein, der viele der Gäste überzeugte. 
Käse, Brot, Oliven rundeten das Geschmackserlebnis ab.

11. Deutsch-Französischer Vorlesewettbewerb

Am Freitagnachmittag, dem 27. Februar 2015, richtete die DFG zum 11. Mal einen Vorlesewettbewerb für alle Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen Münsters sowie für die Austauschschüler aus unserer Partnerstadt Orléans aus. Seitens der DFG übernahm unser engagiertes Vorstandsmitglied Franck Sénégas die Organisation. Als Kooperationspartner konnten wir dieses Jahr die Karl-Wagenfeld Realschule gewinnen, wo wir sehr nett empfangen wurden und uns alle sehr wohl gefühlt haben.

9 Gymnasien, 5 Realschulen und 1 Gesamtschule nahmen am Wettbewerb teil, so konnten wir 34 Schüler an diesem Nachmittag empfangen. 7 Schüler aus unserer Partnerstadt lasen als Einstieg einen selbstgewählten Text und anschließend einen unbekannten deutschen Text vor. Immer interessant für unsere deutschen Schüler, dass die deutsche Sprache auch viele Schwierigkeiten machen kann. Die französischen Schüler schonten sich trotzdem nicht und lasen anspruchsvolle Texte , wie z.B. Gedichte von Goethe, vor. Die deutschen Schüler präsentierten ebenfalls zuerst ihren vorbereiteten Text und lasen dann eine Biografie von Louis Braille, dem blinden Schüler, der die Blindenschrift (Braille) entwickelte, vor.

Französisches Ambiente in der Karl-Wagenfeld-Realschule

Das Rahmenprogramm und der Aufbau wurden bestens von der Karl-Wagenfeld-Realschule organisiert. Frau Steinmann-Vongehr und Frau Bröring präsentierten mit ihrem Schülerteam ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Bühnenprogramm. Begeistert waren wir von den Präsentationen der Kurzfilm-AG, den Gesangsdarbietungen und der ausgefeilten Bühnentechnik, die vollständig in der Hand der Schülerinnen und Schüler der Karl-Wagenfeld Realschule lag. Nicht zu vergessen das vielfältige Kuchenbuffet, das in der schuleigenen Küche vorbereitet worden war. Vielen Dank für die gute Vorbereitung und Organisation an das gesamte Schulteam!

Als Jury konnten wir wieder viele Franzosen, Dozenten und Französischlehrer gewinnen, die eine knifflige Aufgabe zu bewältigen hatten. Die Unterschiede beim Vorlesen sind manchmal klar, aber auch oft nur durch kleine Nuancen auszumachen. Da fällt die Entscheidung schon mal schwer. Wir danken noch einmal allen Jurymitgliedern für ihren Einsatz und die Zeit, die sie sich an diesem Nachmittag genommen haben.

Ebenfalls gilt unser Dank den vielen Betreuern, die den Schülern bei der Textvorbereitung sowie bei der Orientierung halfen und natürlich allen DFG-Mitgliedern, die zu diesem schönen, frankophonen Nachmittag beigetragen haben.

Aus vier Schülergruppen bekamen jeweils die besten vier Schüler eine Siegerurkunde, einen Geldbetrag und ein Buch in der jeweilig anderen Sprache. Auch alle anderen Teilnehmer des Wettbewerbs konnten sich ein Buch in der Fremdsprache aussuchen.

Galette des rois im Alten Backhaus

Galettes des Rois 2015

Der vorweihnachtlichen Verklebung noch nicht genug, beschlossen wir auch das Jahr 2015 von der süßen Seite zu nehmen, läuteten es mit Galette und Crémant ein. Der guten alten Tradition folgend galt es zu Neujahrsbeginn zwei neue repräsentative Monarchen zu bestimmen, wobei es in der DFG stets höchst undemokratisch, dafür aber sehr genussvoll zugeht!

Dem Krönungsprozedere geht nämlich die hemmungslose Vernichtung von drei Galettes mit einer herrlich süßen cremigen Mandelmischung voraus. Ich finde: Eine ideale Ablösung des Weihnachtsstollen!

Diejenigen unter uns, deren Agenda 2015 einen Diätplan enthielt, hatten diesen an jenem Abend ihren Mitgliedsverpflichtungen unterzuordnen, galt es doch in mindestens zwei kleinen Törtchen nach darin versteckten Feen zu fahnden.

Nachdem wir in Anbetracht des Frauenüberhangs am Tische fest davon überzeugt waren, dass die DFG-Frauenquote auch ohne regulative Maßnahmen locker einzuhalten ist, belehrten uns Franck und Matthias bald eines Besseren. Fast gleichzeitig beförderten sie – glücklicherweise ohne Zahnblombensprengungen – zwei unversehrte Glücksfeen aus der cremigen Mischung ans Tageslicht.

VIVE LES ROIS DE LA DFG!

Adventsfeier im Alten Backhaus

Oh Du Fröhliche!

Nein, dieses Chanson gab es auf unserer Weihnachtsfeier am 8. Dezember im Alten Backhaus nicht auf die Ohren -… nach zwei Wochen Weihnachtsmarkt in der Münsteraner Innenstadt löste insbesondere die Blockflötenversion bei so manchen bereits Allergien aus!

Aber so ganz ohne Musik zu Weihnachten,… das geht auch nicht!

So waren wir sehr froh, dass Alexandre Oudovitschenko und seine Musikgruppe spontan zusagten. Was für ein Glück! Trotz musikalischer Hochsaison, nahmen sie sich Zeit für uns, kamen mit Akkordeon, Bass, Gitarre und Balalaika.

So konnten wir das leckere Buffet und den Weihnachtspunsch bei französischen Chansons, russischen Balladen,Valse Musette, aber auch bei moderner Filmmusik genießen… und neue Reisepläne nach Frankreich für das Jahr 2015 schmieden.

3. Weinwerkstatt bei Reblaus

Abend der edlen Tropfen

Am 14. März 2014 besuchten elf Gäste von der DFG zum dritten Mal die Weinwerkstatt in der Warendorfer Straße. Dietmar Wiesner bot uns in seiner Weinhandlung Reblaus einen neuen und interessanten Einblick in die Weinkultur. Diesmal stellte er eine Palette mit sehr unterschiedlichen, jungen Weinen vor.

Eine wahrlich spannende Entdeckungsreise! Sprichwörtliche Welten lagen zwischen einem fruchtigen Rosé mit dem Duft nach einem Korb frischer Erdbeeren und einem einen roten Coloma mit  leichtem Geruch nach „Gummi oder Luftmatratze“, dessen Geschmack wiederum völlig unterschiedlich zum Geruch mit leicht bitterer, schwerer Geschmacksnote ausfiel. Solche Unterschiede zwischen Geruch (odeur) und Geschmack (sapeur) versetzten die elf Gäste in Erstaunen.

Selbst nach dem dritten Besuch seiner Weinproben gibt Dietmar Wiesner uns immer wieder neues und interessantes Wissen mit. Als Grundlage bot er Brot und Oliven an, die DFG spendierte eine Käsevariation, so dass wir den Abend in vollen Zügen genießen konnten.

Figur & Ornament – Führung durch die Matisse- Ausstellung 

Hier meldet sich ein Kunstbanause aus dem Picasso-Museum. Ich wurde auserkoren, ein paar Eindrücke unserer Führung durch die Matisse –Ausstellung wiederzugeben. …Ausgerechnet ich, beschränkt sich meine Betrachtung von Kunstwerken doch in der Regel auf drei Kriterien: „schön“, „nicht schön“, „nicht schön, aber irgendwie interessant“. Also,… wer hier nun eine kunsthistorisch wertvolle Diskussion des Gesehenen erwartet, der sollte sich spätestens jetzt besser mit wikipedia verlinken!

Das Erste, was wir bei unserer Führung durch die Matisse-Ausstellung lernten, war: Eltern haben nicht immer Recht! Herr Matisse Senior gedachte nämlich, dass sein Sohn Henri ein großer Jurist werde. Fehlanzeige! Der Blinddarm kam Henri Matisse zur Hilfe, terrorisierte den unglücklichen Jurastudenten derartig, dass dieser ein Jahr außer Gefecht war. Na und was macht man, wenn man ein Jahr mehr oder weniger im Bett liegt? Man zeichnet und malt. Und was machte ein Henri Matisse, als er wieder gesund wurde: Er zeichnete und malte weiter! Er schmiss sein Jurastudium und schrieb sich in der Académie Julian, später auch in die École des Arts décoratifs (Kunstgewerbeschule) ein. Die Aufnahme in die legendäre École des Beaux-Arts blieb ihm jedoch zunächst verwehrt.

Was die Eltern von Henri Matisse von den Ideen ihres Sohnes hielten, muss hier wohl nicht näher erläutert werden. Doch was lehrt uns die Geschichte: Brüche im Lebenslauf können Großes hervorbringe. Und… man sollte seinen Kindern vertrauen! Auch wenn es für Henri Matisse zunächst wenig glanzvoll weiterging. Schwere finanzielle Sorgen quälten ihn und belasteten die im Jahr 1898 eingegangene Ehe mit Amélie Noellie Parayre. Immer wieder musste das junge Paar die drei Kinder den Großeltern überlassen und sich von diesen finanzieren lassen.

Das Jahr 1902 brachte die Wende. Henri Matisse nahm an einer Gemeinschaftsausstellung der neu gegründeten Galerie B. Weill teil. Berthe Weill war die erste Galeristin, die Arbeiten von Matisse verkaufte. Eine erste Einzelausstellung seiner Arbeiten fand 1904 bei dem französischen Kunsthändler Ambroise Vollard statt.

Und was macht man, wenn man zu Geld kommt? Man geht auf Reisen! Henri Matisse zog es 1906 nach Nordafrika. Er war fasziniert von dem Licht und den Farben des Maghreb, den exotischen Impressionen, den orientalischen Stoffen, Keramiken, Teppichen, Wandmalereien. Zurück in Frankreich widmete er sich in der so genannten „Nizza-Periode“ dem Orient.

Die Odaliske (osmanisch= Gemach, Zimmer) wurde sein beliebtestes Kunstobjekt. Odalisken waren die Haremsdienerinnen im Dienst des Sultans oder anderer hochgestellter Personen im Osmanischen Reiches. Zumeist wurden sie aus Georgien verschleppt und hatten eine helle Hautfarbe.

Na, und um mit der Abbildung jener „Nackedeis“ nicht die Sittenwächter jener Zeit auf den Plan zu rufen, malte man die Odalisken in Europa stets unschuldig schlafend. Nicht so Matisse. Er brach das Tabu und bildete sie mitunter auch den Betrachter anschauend ab. Das brachte ihm sicherlich nicht nur Freunde ein.

Präsentiert werden die Odalisken in der Ausstellung im Picasso-Museum sowohl als farbenprächtige Malerei als auch als Graphik und Kreidezeichnung. Auch aus dem Orient mitgebrachte Stoffe, die Matisse als Vorlage dienten, sind zu bewundern. Ebenfalls in der „Nizza-Periode“ setzte Henri Matisse auch immer wieder seine eigene Frau ins Bild: in ihrem Haus in Südfrankreich, lesend, stets umrahmt von orientalischen Mustern in den Tapeten, Vorhängen…

Abschließend bestaunten wir die Scherenschnitte des Buchwerkes „Jazz“, das 1947 entstanden ist-… wiederum aus der Not heraus. Denn Henri Matisse war in dieser Zeit zu krank, um sich der Malerei zu widmen. Die Scherenschnitte konnte er auch im Bett liegend anfertigen. Das Buch „Jazz“ besteht aus zwanzig Illustrationen sowie aus Texten von Henri Matisse.

* * *

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Pohlmann für diese hervorragende Führung, die selbst „kunsthistorische Grünohren“ wie mich in den Bann zog. Herr Dr. Pohlmann, Sie ließen vor unseren Augen einen lebendigen Film entstehen, spannend, ohne jegliche Länge! Gerne kommen wir wieder ins Picasso-Museum und lassen uns von Ihnen die Kunstwelt erklären!

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